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Ansprache von Herrn Botschafter GENG Wenbing auf dem Empfang anlässilich des 69. Nationalfeiertages der VR China
2018/10/05
Sehr geehrte Gäste,
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
in dieser wunderschönen Jahreszeit, wo uns der Herbst die erste Frische heranzaubert, feiert die Volksrepublik China ihren 69. Geburtstag. An dieser Stelle möchte ich Sie zunächst im Namen der chinesischen Botschaft persönlich begrüssen und mich bei Ihnen für Ihre Anwesenheit herzlich bedanken.In diesem Jahr erleben wir das 69. Jubiläum der Gründung der VR China, dazu auch noch das 68. Jubiläum der Aufnahmeder diplomatischen Beziehung zwischen China und der Schweiz. In gewissem Sinne kann man behaupten, dass die Sino-schweizerische Beziehung kontinuierlich gestärkt und konsolidiert worden ist, je weiter die VR China sich entwickelt.
Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
Die Zeit fliegt schnell vorbei: Der Frühling trägt die Blüten aus, so dass man sich im Herbst der Ernte erfreuen kann. Im Rückblick auf das vergangene Jahr können wir feststellen, dass der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in verschiedensten Bereichen reichliche Früchte erbracht haben:
Erstens bleiben die Führungsschichten beider Länder in ziemlich engem Kontakt.Vonseiten der Schweiz unternahmen Herr Bundesrat Cassis, Frau Bundesrätin Leuthard und Herr Bundesrat Schneider-Ammann jeweils eine offizielle Chinareise im Laufe des Jahres. Hervorzuheben ist dabei der Staatsbesuch des Herrn Bundesrates Cassis, der zugleich das Amt der Vorsteher der EDA innehat, im April 2018. Während seines Besuches in Beijing hielt er mit seinem Amtskollegen, dem Staatsrat und Aussenminister Wang Yi, die erste Runde des strategischen Dialoges zwischen China und der Schweiz auf der Ebene des Aussenministeriums.Dies gilt als eine der bedeutsamen Massnahmen, die zur Umsetzung des von den Staatsoberhäupten vereinbarten Konsens und zur Förderung der innovativen strategischen Partnerschaft zwischen China und der Schweiz dienen sollen.Das gegenseitige politische Vertrauen wurde dadurch auch gestärkt. China ist bereit, mit der Schweiz zusammenzuarbeiten, um mit Schwung in eine neue Periode der bilateralen Beziehungzu gehen. 
Zweitens wurde die pragmatische Zusammenarbeit im bilateralen Handel und Finanzbereich solide und stetig vorangetrieben. Während der ersten Hälfte des Jahres 2018 betrug das Volumen des Warenhandels zwischen China und der Schweiz 24,85 Milliarden US-Dollar und entsprach einem Anstieg um 36,5% im Vergleich zum Vorjahr.Dabei wuchsen Exporte in die Schweiz um 12% auf 1,72 Milliarden US-Dollar, während Importe aus der Schweiz um 38,7% auf 23,13 Milliarden US-Dollar anstiegen.Laut dem jüngst veröffentlichten des «Sino-Swiss FHA – 2018 Academic Evatuation Reports» liegen die Nutzungsraten des Freihandelsabkommens von schweizerischen Unternehmen bereits bei rund 44%.Im Mai 2018 reichte UBS Securities den Antrag bei der China Banking Regulatory Commission ein, den Anteil der UBS-Besitz-Aktien auf 51% zu erhöhen und somit sich als das erste ausländische Finanzinstitut zu bewerben, das in Festlandchina eine Aktiengesellschaft mit überwiegendem Aktienanteil. Kooperationen zwischen China und der Schweiz im Rahmen der «Belt & Road»-Initiative entwickelt sich zu einer neuen Chance des Wachstums, weshalb beide Seiten im Begriff sind, über das entsprechende Zusammenarbeitsdokument zu verhandeln. Parallel dazu arbeiten schweizerische Banken mit China fleissig zusammen, um geeignete Finanzprodukte zu den «Belt & Road»-Projektenzu lancieren.
Drittens ist der Austausch unter der Bevölkerung immer enger geworden. Vor Kurzem sind zwei Flugrouten, nämlich von Chengdu nach Zürich und von Shenzhen nach Zürich, eröffnet. Gegenwärtig fliegen wöchtenlich etwa 30 Maschinen zwischen China und der Schweiz, eine Brücke in der Luft, die den Personalaustausch, Handel und kulturelle Verbindungin hohem Masse begünstigt. Die Zahl der chinesischen Touristen, die 2018 in die Schweiz kommen werden, wird weiterhin zunehmen, wenn wir die Anzahl der in der Schweiz übernachteten chinesischen Touristen im Jahr 2017, die bereits die Grenze von 1 Million überschritten hat, als Parameter setzen. Im ersten Halbjahr haben mehr als 560 000 chinesische Touristen in der Schweiz Übernachtung verbracht und verzeichnet damit einen Anstieg i. H. v. 5,5% gegenüber dem Vorjahr. Ab übermorgen beginnt in China die sog. «Goldene Woche», und ich gehe davon aus, dass noch mehr chinesische Touristen sich die schweizerischen Sehenswürdigkeiten anschauen werden.
Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
Der Herbst ist nicht nur die Saison der Ernte, sondern auch eine geeignete Zeit, um nach vorne zu schauen und Pläne für die Zukunft zu schmieden.In den letzten Zeiten haben wir gemeinsam mit unseren Amtskollegen der EDA eine Zusammenfassung über die bestehenden Dialogmechanismen herausgearbeitet und konnten dabei feststellen, dass zwischen China und der Schweiz bereits rund 40 bilaterale Dialogmechanismen in verschiedenen Bereichen eingerichtet worden sind, die sich als bahnbrechend erwiesen und die günstige Rahmenbedigung für umfassende und tiefgreifende Austausche sowie Zusammenarbeit bildeten.China ist guten Willens, auf Grund dessen folgende Ziele hinsichtlich der künftigen Kooperation zu realisieren:
Erstens soll das gegenseitige politische Vertrauen vertieft werden.Seit dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten XI Jinping zu Beginn des Jahres 2017, der einen Meilenstein in der Beziehungsgeschichte der beiden Ländern markierte, fängt die goldene Zeit der Sino-schweizerischen Beziehung an. Ranghohe schweizerische Regierungsmitglieder haben wiederholt klar gemacht, dass die Schweiz China als einen vertrauenswürdigen Partner ansehe; China seinerseits betrachtet die Schweiz als einen strategischen Partner.Den Ausgangspunkt der bilateralen Beizehung sollen, so unserer Ansicht, die Prinzipien «Gleichheit, Einander-Respektieren, Kooperation und Win-Win-Prinzip» darstellen. Ich bin überzeugt, dass es uns gelingen wird, immer wieder Fortschritte in der bilateralen Beziehung zu erzielen, solange die beiden Seiten fest daran halten, die Gleichheit zwischen Ländern zu wahren, einander Respekt zu schenken und die Zusammenarbeit auszubauen.
Zweitens soll die pragmatische Zusammenarbeit in sämtlichen Bereichen vorangetrieben werden. Seit Anfang dieses Jahres, des 40. Jubiläums der Reform- und Öffnungspolitik, kündigte die chinesische Regierung eine Reihe neuer Massnahmen zur Öffnung an, was bestätigt, dass unsere Politiker kein leeres Versprechen reden, sondern ihr Wort halten. In der Zukunft wird das Tor zur Welt immer weiter geöffnet. Produkte mit Etikette «Made in Switzerland» geniessen einen guten Ruf in China. Infolge der ständigen Erhöhung des Lebensstandardes der chinesischen Bevölkerung verspricht China den schweizerischen Unternehmen einwachsender Markt zu sein. Im kommenden November findet in Schanghai die erste China International Import Expo statt, die den schweizerischen Unternehmen eine unvergleichliche Chance anbietet, ihre Exporte nach China auszubauen. Konfrontiert mit dem weltweiten Aufschwung des Protektionismus müssen China und die Schweiz entschieden gegen Handelshemmnisse jeglicher Art kämpfen und zur Entwicklung der Weltwirtschaft beitragen. China ist bereit, weiterhin Verhandlungen und Beratungen über das Update des Freihandelsabkommens, das Memorandum zur Kooperation im Rahmen der «Belt & Road»-Initiative zu fördern. In den jüngsten Zeiten tauchen in den schweizerischen Medien zweifelnde und gar kritische Stimmen über chinesische Investionen auf. Ich hoffe, dass die Schweiz ihre offene und gastfreundliche Haltung beibehalten kann und damit die Dynamik der pragmatischen Zusammenarbeit zwischen China und der Schweiz aufrechterhalten kann.
Drittens soll der Austausch unter der Bevölkerung gestärkt werden. «Beziehungen zwischen Staaten haben ihre Grundlage in der zwischenmenschlichen Freundschaft», so sagen die Chinesen. Es zeigt sich, dass die langfristige Freundschaft zwischen den Bevölkerungen das Fundament der Sino-schweizerischen Beziehung darstellt. Bisher haben China und die Schweiz insgesamt 19 Partnerschaften jeweils auf der Landes- und Stadtsebene gegründet. Um die Schweizer der chinesischen Kultur näher bringen zu können, fördert die chinesische Regierung die Einrichtung des Berner chinesischen Kulturuzentrums. Dadurch sollen die Schweizer die Gelegenheit bekommen, die brilliante chinesische Kultur aus der Nähe kennenzulernen, so dass der kulturelle Austausch einen Aufschwung erleben kann. Die Stadt Bern gewinnt damit ein neues Zentrum in ihrer Kulturlandschaft. Des Weiteren blüht auch der Tourismus auf. In den letzten Jahren unternahmen jährlich mehr als 100 Millionen Chinesen Auslandreisen.Wir möchten gerne mit den schweizerischen Kollegen zusammenarbeiten, um den intensiven Austausch und die erweiterte Zusammenarbeit im Bereich Tourismus sowie anderen Bereichen zu ermöglichen.
Meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
Ein chinesisches Proverb besagt: «Denjenigen, die das gleiche Ziel verfolgen, scheint auch der lange Weg über Berge und Seen unbedeutend». Obwohl China und die Schweiz weit entfernt voneinander liegen und sich in politischen Systemen, Staatsgrössen und Entwicklungsstufen wesentlich unterscheiden, können wir, solange wir an die Prinzipien der Öffnung, des gegenseitigen Vertrauens, der Gleichheit und des Respektes halten, die physische Distanz überwinden, die Unterschiede überbrücken und Fortschritte erzielen.
Zum Schluss schlage ich folgendes vor: Lass uns auf das Wohl Chinas und der Schweiz, auf das Glück der Bevölkerungen, auf die kontinuierliche Fortentwicklung der Sino-schweizerischen Beziehung und auf die Gesundheit aller Gäste trinken.
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